Skip To The Main Content

News

Verhandlungsempfehlungen zur Münchner Sicherheitskonferenz 2017

Feb 19, 2017

Das weitere Vorgehen von US Präsident Trump in der Außen- und Sicherheitspolitik war natürlich das wichtigste Thema. Das Auftreten der US-amerikanischen Delegation hat viele Fragen aufgeworfen, da die Rede von Vizepräsident Mike Pence mit Spannung erwartet wurde, dann aber sehr enttäuschend ausfiel.
 
Dr. Stefan Heissner von EY berichtete von den Diskussionen um das Thema „Cyber Security“ und die angeblichen Hacker-Attacken aus Russland.
 
Unser Faculty-Mitglied Dr. Daniel Warner erklärte die Herangehensweise von US-Präsident Trump und sein Motiv hinter „America first“. Dr. Warner besitzt die Staatsbürgerschaft der USA und der Schweiz, er kennt beide Kulturen in Verhandlungen. Er berät die UN, die NATO und das Verteidigungs- und Außenministerium der Schweiz. In seinem Statement stellte er die Behauptung auf, dass Präsident Trump die gesamte Amtszeit nicht überstehen werde. Als Gründe nannte er:

  • Trump ist „money-driven“ und wird bald die Lust an der Politik verlieren.
  • Die Bürokratie in Washington wird seine Pläne verzögern oder lahmlegen.
  • Die Konflikte mit der Presse und vor allem mit der CIA werden ihm schaden.

 
Dr. Warner berichtete von den Gefahren für die NATO und für Europa. Er sprach aber vor allem von den Chancen der neuen Weltordnung.
 
Am Samstag gab Stephan Klement Einblicke in die Verhandlungen mit Iran. Er führte im Auftrag der EU und der UN die Verhandlungen zum sog. „Atom Deal“. Er sprach von der Betroffenheit Irans und anderer Staaten, die mit Sorge auf die Außenpolitik der USA blicken.

 
Zusammenfassung:

  • Deutschland ist erwachsen geworden und sollte die Haltung „Amerika ist unser Beschützer“ aufgeben. Es ist an der Zeit, mit Selbstbewusstsein und klaren Forderungen an den Verhandlungstisch zu kommen.
  • Die EU hat nach dem Brexit die einmalige Chance, einen neuen Zusammenhalt zu erkennen und diesen für die Verhandlung zu nutzen
  • Die Verhandlungen mit den USA werden schwierig, weil Trump „win“-orientiert ist. Trump interessiert nur eine Frage: „What´s in it for me?“.
  • Wer aus Deutschland oder der EU an den Verhandlungstisch mit Trump geht, sollte sich vorher die Frage überlegen: „Was kann ich einbringen? Was ist für Trump interessant?“
  • Alte Regeln und Hierarchien gelten nicht mehr, die Verhandlungen sollten mit einer neuen Dynamik und neuem „Approach“ geführt werden.
  • Die „konfrontative Verhandlungsführung“ ist der neue Maßstab und sollte auch von Politikern und Diplomaten beherrscht werden.
  • Das Warten auf weitere Forderungen der USA ist falsch. Die EU sollte mit Forderungen starten und die Verhandlung führen.

Impressionen von unserem Event anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz 2017 finden Sie hier.
Alle Tweets zu der Veranstaltung lesen Sie unter #SchrannerMSC17.