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Warum ist die EU so passiv im Iran-Konflikt?

Jun 21, 2019

Welche Verhandlungstaktik macht in so einer schwierigen Situation Sinn? 

Bevor in einem Verhandlungsprozess die Taktik formuliert wird, muss erst das Ziel genau definiert sein. Und genau das ist in diesem Fall das eigentliche Problem. Was genau möchte die EU erreichen?

Müssten nicht ständig Macron und Merkel - wenigstens aber Mogherini nach Teheran fliegen und versuchen, die Sache zu entschärfen?

Nein, das wäre zu hochranging und ein Gesichtsverlust wäre vorprogrammiert. Die Verhandlungen müssten jetzt auf diplomatischer Ebene und ohne Einbindung der Öffentlichkeit vorangetrieben werden.

Was ist jetzt zu tun, um das Abkommen zu retten?

Es muss in zwei Richtungen verhandelt werden. Einmal mit Iran, die Regierung in Iran sollte gebeten werden, von Provokationen und Drohungen abzusehen. Die zweite Verhandlung muss mit den USA geführt werden, es sollte ein gemeinsames Vorgehen der USA mit der EU möglich sein. Leider beginnt in den USA derzeit die erste Phase des Wahlkampfs, das macht die Verhandlungen sicherlich sehr viel schwieriger.

Sitzt der Iran am längeren Hebel, weil Trump ein Krieg nicht in den Kram passt (America first)?

Nein, hier sitzt keine Partei am längeren Hebel. Ein Scheitern von Verhandlungen wäre für alle beteiligten Parteien ein hohes Risiko mit nicht abzusehenden Konsequenzen. Deshalb ist diese Verhandlung auch noch nicht eskaliert, die Risiken sind einfach zu hoch.

 

Interview von ZDF heute.de.